Syrienhilfe ist ein No-Brainer – Warum?

Die moralische Seite

In Syrien sind 2 Millionen Menschen auf der Flucht. Davon werden viele sterben, bzw. so traumatisiert werden, dass ein normales Leben selbst nach einem Ende der Kampfhandlungen kaum mehr möglich ist.

Politikern dabei zuhören zu müssen, dass wir ja selber genug Probleme haben und eh 500 Christen aufnähmen, tut mir körperlich weh.

„Das tut man einfach nicht“, hat meine Oma in solchen Momenten gesagt. Eigentlich war sie sehr konservativ und mochte sich nicht mit der Tatsache anfreunden, dass Türken und Jugoslawen in den 70ern in die Nachbarschaft zogen. Aber wenn jemand litt, dann hat man zu helfen. Als bekennender Nicht-Dogmatiker eines, das ich akzeptieren kann. Leidenden muss geholfen werden. Punkt.

 Die strategische Seite

Der Nahe Osten besitzt nach wie vor die größten Erdölreserven der Welt. Die USA haben im Irak bewiesen, dass ihre Methoden, Konflikte zu „beeinflussen“ und zu „lösen“ nicht sehr nachhaltig funktionieren.

Europa hat die strategische Chance und Pflicht, durch humanitäres Engagement für junge Araber der Partner für die Zukunft zu werden. Sich nobel zu absentieren, heißt, Saudi-Arabien und dem Iran, bzw USA und Rußland das Feld zu überlassen. Man kann sich noch ein paar dümmere geostrategische Entscheidungen vorstellen, aber nur mit Mühe.

Die ökonomische Seite

Österreichs wirtschaftlicher Aufschwung von 1990-2008 hatte einen Hauptfaktor: Unser Vorsprung beim Aufbau der vormaligen kommunistischen Länder. Immer, wenn ich Geschäftspartner in Tschechien, Polen, Ungarn etc. gefragt habe, warum sie denn mit Österreich besser können als mit anderen: “Weil ihr uns damals 1956 und 1968 und dann nochmals 1988-89 geholfen habt.” Fast jeder hatte Verwandte oder gute Bekannte, die direkt oder indirekt betroffen waren.

Kreiskys Engagement in den 1970er Jahren im Nahen Osten hatte sicher auch ein paar eigenartige Aspekte, wirtschaftlich war es aber ganz sicher ein enormer Vorteil für Österreich.

Eine maßgebliche Kraft für die Beruhigung und den Fortschritt im Nahen Osten zu sein, kann wirtschaftlich gar nicht hoch genug eingeschätzt werden.

 

Die Kosten

10.000 Flüchtlinge für 1 Jahr zu beherbergen wird in etwa 80-100 Millionen Euro kosten, das bei angenommenen Kosten von 700-800 Euro  pro Kopf und Monat. Das ist schon recht hoch gegriffen.

Die jährliche Parteiförderung in Österreich beträgt 180 Millionen Euro.

Die Zahnspangen auf Krankenkassa, wie von der SPÖ im Wahlkampf gefordert, kosten 130 Millionen Euro jährlich.

 

Wer also glaubt, dass Österreich sich möglichst wenig um das Flüchtlingsdrama in Syrien scheren soll, ist moralisch verwahrlost oder ein wirtschaftliches Nullereignis oder beides.

 

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