Kommentar für die Tiroler Tageszeitung (4.9.2013)

Der Streit um die Generationen

Wahlkampf ist und mit ihm zieht die SPÖ wie schon in den letzten paar Nationalratswahlen in die Altersheime und präsentiert sich als Retter der Aufbaugeneration vor dem unverfrorenen Angriff der jungen asozialen Horden. Manche betrachten das bisherige Pensionssystem wie ein Texaner das langsam versiegende Erdöl. Eines Tages wird es nicht mehr gehen, aber bis dahin fahren wir unsere SUVs bis zum letzten Tag.

Wobei alle wissen, dass es keine 30 oder 40 Jahre mehr dauert. Wir fahren bereits auf Reserve, dafür aber schneidig auf eine harte Mauer zu.

Auf den ersten Blick sind es Menschen bis 50, die aufschreien müssten. Dies passiert auch, führt aber natürlich sofort zur Abwehrreaktion, wie unverschämt es sei, Pensionistenhetze zu betreiben. Dabei ist die Lage viel ernster für die Mehrzahl der Penionisten.

Die echten Verlierer eines aufgeschobenen und damit massiveren Generationenstreits werden nämlich die Minirentner sein. Kommt ein harter Entzug in 20 Jahren, dann werden die gesamten Kosten der Altersversorgung zur Disposition stehen. Der Graben zwischen den Pensionisten über 3500.- pro Monat (bereits über 100.000 derzeit) und den Systemverlierern, den Mindestrentnern wird dann richtig aufgehen.

SPÖ und Grüne verhindern jegliche Änderungen, die ÖVP hechelt nach, nehmen die Kleinpensionisten in Geiselhaft und mindern die Chancen der Jungen. Gewinnt man damit Wahlen?

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